Bist du ein Kämpfer Gottes?

Ich glaube, ich bin keiner. Oder genauer gesagt: Ich hoffe, dass ich nie in die Situation komme, um das festzustellen. Wahrscheinlich würde meine Angst überwiegen.
Wie steht es mit dir? Bist du ein Kämpfer Gottes? Würdest du für ihn sterben, dich opfern?
Einen Kämpfer Gottes aus dem Neuen Testament kenne ich. Es ist nicht nur mein Namensvetter, sondern ich kenne auch solche Situationen, wie er sie erlebt hat: Manchmal großes Mundwerk, manchmal oft nur sehr wenig dahinter. Ich meine natürlich Petrus. Er kämpfte für Jesus. Er war aktiv. Er wollte sich opfern.

Die Szene spielte sich im Garten Gethsemane ab. Die Hohenpriester bezahlten Judas für den Verrat an Jesus und rückten – so nach Joh 18:1-11 – mit einer „Schar“ Soldaten an. Es war wahrscheinlich eine Kohorte, also etwa 600 Bewaffnete. Dazu kamen noch die Diener der Hohenpriester und Pharisäer. Diese große, kaum vorstellbare Menge wollte Jesus gefangen nehmen. Und Petrus? Er wollte für seinen Herrn kämpfen. Voller Todesmut zückte er das Schwert, das er bei sich trug, und hieb damit dem Diener des Hohenpriesters ein Ohr ab. Stellte dieser sich schützend vor den Hohenpriester? Die Bibel beschreibt das nicht. Aber dafür die Reaktion Jesu: „Petrus, stecke das Schwert in die Scheide!“ Wie? Hatte Petrus nicht angekündigt: „Mein Leben will ich für dich lassen!“ (Joh 13:37)? Ja, richtig – und Jesus hatte das abgewiesen. Und noch mehr: Petrus würde ihn dreimal verleugnen. Petrus hatte sein Opfer angekündigt und in die Tat umgesetzt. Er war bereit für Jesus zu sterben, wie er es gesagt hatte. Als einziger versuchte er Jesus gegen die Soldaten zu verteidigen.

Warum dann diese Reaktion von Jesus? „Stecke das Schwert in die Scheide!“ Petrus hatte sein Wort wahrgemacht. Sah das nicht Jesus? Konnte denn Jesus nicht erkennen, wozu Petrus bereit war? Und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten? Wusste das Jesus nicht?

Doch natürlich. Aber darum geht es nicht. Jesus sagte beim Abendmahl ja nicht, dass Petrus nicht für ihn kämpfen und sein Leben lassen würde. Nein, Petrus würde ihn verleugnen. Und das ist eigentlich ein viel Kleineres! Nur ein Wort.

Worauf kommt es Jesus denn an? Jesus wollte Petrus für sich haben, nicht als todesmutigen Kämpfer, sondern als Zeuge. Als derjenige, der sich zu Jesus bekennt und ihn verkündigt. Dass Petrus genau das nicht sein würde, kündigte Jesus an – und behielt recht.

Jesus möchte auch uns nicht als wagemutige und todesmutige Kämpfer haben. Er will Zeugen haben, Zeugen des Kreuzes und der Auferstehung.

Als der Auferstandene Petrus am See Tiberias wieder begegnete, bekam dieser auch nicht den Auftrag, ein Kämpfer Gottes zu sein. Dreimal fragte Jesus: „Liebst du mich?“ Dreimal bekam Petrus den Auftrag, ein Hirte zu sein. Und einen letzten und damit wichtigen Auftrag (Joh 21:22b):

„Folge du mir nach.“

Veröffentlicht unter Theo-logisch | Hinterlasse einen Kommentar