Gedankensplitter zur Mission pro Christliches Medienmagazin 1|2019

Wenn man sich über die richtige Art und Weise, über die richtige Methode und die richtigen Inhalte von Mission Gedanken macht, muss natürlich vorher geklärt sein, was man unter Mission versteht. Wobei ich dieses ‚man‘ nicht gelten lasse, sondern wissen will, was die Bibel, speziell das Neue Testament, unter Mission versteht.

Da kann ich mich aber kurz fassen, da in den letzten Jahrhunderten sich weitaus klügere Menschen darüber den Kopf zerbrochen haben. Daher nur kleine, aktuelle Hinweise.

Auf der Homepage von Evangelium21 kann man mehrere Artikel über Mission finden. Einer heißt „Was bedeutet der Missionsbefehl für Ortsgemeinden?“. 9MarkMinistries versteht unter Mission die Verkündigung des Evangeliums und die Vermittlung der biblischen Lehre (also eine Form des Katechumenats).

Andre Bay schrieb in einem anderen Artikel auf Evangelium21:

Ein Missionar kämpft an zwei Fronten. Die eine Front liegt auf dem Missionsfeld, dort wo sich der Missionar durch den Herrn hin berufen fühlt, um die gute Nachricht von der Erlösung durch Jesus Christus zu predigen. Die andere Front ist in der eigenen Gemeinde zu Hause, die ihn ausgesandt hat. An dieser Front kämpft der Missionar den Kampf um ein biblisches Missionsverständnis.

Diesen Artikel empfehle ich, gründlich durchzuarbeiten, da er viele neutestamentliche Beispiele des Missionsverständnisses erörtert. Andre Bay versteht unter Mission die Predigt der guten Nachricht, also des Evangeliums von der Erlösung durch Jesus.

Ich möchte den Blick auf eine Aussage Jesu lenken die uns seinen Auftrag in dieser Welt deutlich machen kann. Wenn ich andere Christen frage, warum Jesus auf diese Welt kam, würde mir (fast) alle antworten, um uns Menschen zu erlösen (Mk 2:17 par.). Bekannt dürfte die Aussage Jesu in der Geschichte mit Zachäus sein (Lk 19:1-10). Jesus kam, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Dieses „ist“ ist gleich der Hinweis auf den Zustand dieser Welt. Sie ‚wird‘ nicht verloren gehen, sie ‚ist‘ bereits verloren.

Interessant ist, dass Jesus seinen Auftrag nicht nur so formuliert, sondern auch vom methodischen her. In Mk 1:32-38 wird nach der Heilung der Schwiegermutter des Petrus von weiteren Heilungen berichtet. Bei der Morgendämmerung zieht sich Jesus allerdings von allen anderen zurück. Seine Jünger finden ihn und sagen, dass alle ihn suchen. Der Kontext macht deutlich, dass die Menschen Jesus suchten, um geheilt zu werden. Auffällig ist aber die Reaktion Jesu. Er bricht seinen Auftritt in Kapernaum ab, trotz der Kranken, um andere Orte zu besuchen.

Als Grund nennt er seine Predigt: „Lasst uns anderswohin in die benachbarten Marktflecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.“ Der Auftrag Jesu lag also nicht in den Heilungsveranstaltungen, nicht darin, Menschen gesund zu machen, sondern in seiner Predigt, deren Inhalt so beschrieben wird: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1:15).

Zwei Inhalte hatte der Auftrag Jesu: Bußruf und Glaube. Das war auch bis vor einigen Jahrzehnten unter Christen unstrittig. Leider wird das inzwischen anders gesehen. Ein Beispiel dafür ist die neuest Ausgabe des pro Christliches Medienmagazin 1|2019. Hier wird völlig verkürzt und m. E. auch verfälschend von Mission als „Gottes Liebe zu den Menschen bringen“ bezeichnet.

Gott liebt dich – heißt das moderne Evangelium. Dabei muss ich immer an eine Predigt von Paul Washer denken. Er spricht hier den Dialog zwischen einem Evangelisten und einem Menschen nach: „Gott liebt dich!“ – „Natürlich, ich liebe mich auch!“

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