Ein persönlicher Nachruf

Leider müssen wir uns von dir verabschieden. Nach so langer Zeit! Erst sehnsüchtig hatten wir auf dich gewartet, und nun …

Was waren wir froh, als wir dich endlich kennenlernen durften. Du wurdest ein fester Teil unserer Gemeinschaften und Treffen. Immer warst du dabei und halfst uns. Du hast unser Glaubensleben nachhaltig geprägt: Bibel, Gebets- bzw. Andachtsbuch und eben du. Über 500 Jahre lang hast du uns treu begleitet. Egal, wie wir dich auch behandelten. Lagst du nur in der Ecke, murrtest du nicht. Warst du vom häufigen Gebrauch abgenutzt und sahst schäbig aus, freute dich das sogar. Das war Teil deines treuen Dienstes. Nun brauchen wir dich nicht mehr.

Dein Nachfolger leistet auch seinen Dienst. Er kann dich aber nicht ersetzen. Wie sollte das auch gehen? Wenn wir einen Kranken oder einen Sterbenden besuchten, nahmen wir dich mit ans Bett. Wenn wir einen Geburtstag feierten, warst du auch dabei. Selbst bei Geburten und Taufen und bei vielen anderen Feiern konnten und wollten wir nicht auf dich verzichten.

Aber jetzt ist er da, dein Nachfolger. An der Decke hängt er und leuchtet hell und klar. Sicherlich, wir können ihn nicht mitnehmen in unsere Feiern. Auch am Kranken- und Sterbebett ist er nicht brauchbar. Aber viele wollten ihn, weil er einfach moderner ist.

Nun müssen wir uns von dir verabschieden. Du hast unseren Glauben in vielen Situationen begleitet, gestärkt und unsere Gemeinschaft vereint.

Ich werde dich vermissen, mein liebes und abgenutztes Gesangbuch.

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