Mangelnde Rechtschreibleistung der Schüler – wirklich ein Problem?

Immer wieder wird von sogenannten oder selbsternannten Bildungsexperten erklärt, dass durch moderne Rechtschreibmethoden (die es in den beschriebenen Formen in Deutschland nicht gibt!), unsere Schüler und Schulabgänger immer schlechtere Rechtschreibleistungen haben.
Das Problem ist allerdings noch viel tiefsitzender. Gestern erschien dazu ein Artikel von Philipp Frohn auf faz.net (Link s. u., alle Zitate stammen aus der verlinkten Onlineversion).

„In einigen Texten hätte es von Zeichensetzungsfehlern, lexikalischen und grammatikalischen Fehlern sowie erheblichen Defiziten in der Kasusbildung und Flexion gewimmelt. Grundlegende Sprachregeln würden nicht beherrscht.“
So wird der Zustand bei Lehramtsstudenten beschrieben, die Germanistik für Lehramt studieren!
Das Kernproblem ist damit nicht mehr der Rechtschreibunterricht, sondern der Spracherwerb. Laut Entwicklungspsychologie sind die Grundzüge des Spracherwerbs im vierten Lebensjahr abgeschlossen, danach wird der Wortschatz erweitert und die Ausdrucksfähigkeit durch grammatikalische Konstruktionen vertieft. Hier sollte also angesetzt werden. Liegt es vielleicht an der frühkindlichen Fremdbetreuung?
Was mich persönlich etwas freut, ist, dass hier die Grundschullehrer aufgrund der strengeren Ausleseverfahren (NC) besser abschneiden. Traurig ist dafür, dass gerade in der Sekundarstufe 1 die Lehramtsstudenten schlechter abschneiden.

Ich bin gespannt, ob es auch hier diesen medialen Aufschrei nach einer geänderten Bildung geben wird. Ich tippe auf: Nein.
http://blogs.faz.net/…/wie-sollen-lehrkraefte-vermitteln-w…/

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