Philipp Melanchthon: Loci Communes 1521

Melanchthon erkannte zurecht, dass der Begriff “freier Wille” ein philosophischer Begriff ist, der in der Theologie problematisch ist.

Und in diesem Lehrstück schlich sich ja, obwohl die christliche Lehre ganz und gar von der Philosophie und der menschlichen Vernunft abweicht, allmählich dennoch die Philosophie in das Christentum ein, und das gottlose Dogma vom freien Willen wurde übernommen und die Wohltätigkeit Christi durch jene gemeine und aus Luft bestehende Weisheit unserer Vernunft verdunkelt. Der Begriff „freier Wille“ kam in Gebrauch, der der göttlichen Schrift und dem Sinn und Urteil des [Heiligen] Geistes ganz fremd ist und durch den – wie wir sehen – heilige Männer nicht selten abgestoßen wurden. [1,4-5]

Bemerkenswert ist noch, dass Melanchthon den Abschnitt über den freien Willen vor die drei Hauptpunkte Sünde, Gesetz und Gnade setzte. Er hielt vermutlich die Vorabklärung des freien Willens für notwendig, um die Stücke um Sünde … richtig verstehen zu können.

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