Was man auf einer Kanzel predigen soll(te)

In einem Artikel auf katholisch.de wird berichtet, dass die evangelisch-lutherische Pfarrerin G. Göbel der hessen-nassauischen Landeskirche zum Katholizismus konvertiert. Die Pfarrerin begründet das im Artikel damit, dass sie nun ihre geistliche Heimat in der katholischen Kirche sieht. Leider wird nicht berichtet, was das genau ist, das die Pfarrerin dort zu finden meint.

Interessanter ist allerdings die Randbemerkung, warum die Pfarrerin ihre Abschiedsrede nicht von der Kanzel hielt:

In ihrer Abschiedspredigt skizzierte Göbel laut dem evangelischen Dekanat Vogelsberg den Weg zu ihrer Entscheidung. Sie habe dies bereits nicht mehr auf der Kanzel getan, weil von dort auf der Grundlage der Reformation der Glaube verkündigt werden solle. “Und genau darauf muss sich die Kirchengemeinde doch verlassen können”, so Göbel.

Das ist eine Begründung, die ich nicht wirklich verstehe und so auch nicht stehen lassen kann. Seit wann wird generell in der lutherischen Kirche der reformatorische Glaube von der Kanzel verkündigt? Das wäre ja mal eine gute Nachricht, wenn das wirklich so wäre. Konjunktive – weil es nicht so ist. Sicherlich gibt es gläubige Pfarrer, oder sogar ungläubige, die den Glauben von der Kanzel verkündigen. Aber wohl eher wird man politische Äußerungen, Bibelkritik, Selbstdarstellungen usw. hören.

Veröffentlicht unter Theo-logisch | Hinterlasse einen Kommentar