Stephen Hawking: Falsche Antworten auf große Fragen

Zur Zeit lese ich das Werk

Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen.“ Stuttgart: J. G. Cotta‘sche Buchhandlung. Zweite Auflage 2018.

Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Hawking schreibt einfach, kurzweilig und verständlich. Es ist ein Genuss, dieses Buch zu lesen. So bekommt man einen kleinen Einblick in die (Astro-)Physik.

Allerding … Hawking möchte auf zentrale Fragen des Menschseins kurze Antworten geben. Eine zentrale Frage – zu der er auch immer wieder kommt – lautet: Gibt es (einen) Gott?

Seine Antwort: Nein. Dazu zwei Zitate aus dem Buch.

„Ist zu einem gegebenen Zeitpunkt der Zustand des Universums bekannt, legen die wissenschaftlichen Gesetze fest, wie es sich weiterentwickelt. Diese Gesetze mögen von Gott erlassen worden sein oder nicht, aber er kann nicht eingreifen, um die Gesetze zu brechen, andernfalls wären es keine Gesetze.“ (S. 53)

„Sie können auf unserer Reise keinen Zeitpunkt vor dem Urknall erreichen, da es vor dem Urknall keine Zeit gab. Damit haben wir endlich etwas gefunden, was keine Ursache hat, weil es keine Zeit gab in der eine Ursache hätte existieren können. Nach meiner Ansicht folgt daraus, dass keine Möglichkeit für einen Schöpfer bleibt, weil es keine Zeit für die Existenz eines Schöpfers gibt … Sotten Sie mich fragen, ob ein Gott das Universum geschafften habe, antworte ich Ihnen, schon Ihre Frage sei sinnlos. Denn vor dem Urknall existierte keine Zeit, folglich gab es auch keine Zeit, in der Gott das Universum hätte erschaffen können … Meiner Ansicht nach lautet die einfachste Erklärung, dass es keinen Gott gibt.“ (S. 62)

Für Hawking ist Gott also ein Wesen, das nicht gegen die Naturgesetze verstoßen und das nur innerhalb der Zeit existieren kann. Damit wendet er sich gegen ein Götterbild, wie es viele Naturvölker noch haben oder die Griechen, Römer und Germanen hatten. Hier waren die Götter der Zeit – bei den Germanen die Nornen als Schicksalsgöttinnen – unterworfen.

Aber trifft das überhaupt auf den Gott der Bibel zu?

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde – im Sinne von Hawking also Raum, Energie und Materie, und mit der Materie die Zeit. Also ein wirklicher Widerspruch. Ebenso die Vorstellung, dass Gott der Zeit unterworfen ist, entspricht nicht der biblischen Darstellung. Die Bibel stellt Gott nicht einfach als zeitlich unendlich dar, sondern als der Zeit übergeordnet. Sie verwendet als Umschreibung Begriffe wie ‘von Ewigkeit zu Ewigkeit’ (also ob es mehrere Ewigkeiten geben würde) oder die Ewigkeit der Ewigkeiten (also Ewigkeit hoch 2). Folglich ist Gott auch unveränderlich, da Er keiner Zeit unterworfen ist.

Stephen Hawking widerlegt in seinem Buch lediglich seine Gottesvorstellungen. Das ist schon einmal gut. Leider kommt er aber nicht zu einer Betrachtung Gottes, wie sie in der Bibel dargestellt wird.

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